Thailand



Textblöcke in blauer Schrift sind Originaltexte aus meinen beiden Reisetagebüchern.

Geographie
Bangkok
Khao San Road

Thailand

Thailand liegt im Herzen Südostasiens zwischen Indischem Ozean und Südchinesischem Meer im fruchtbaren tropischen Monsungürtel. Es hat etwa die Größe Frankreichs, erstreckt sich jedoch von Nord nach Süd über 1500 km und weist erhebliche klimatische Unterschiede auf. Es gliedert sich in vier Hauptregionen: Zentralebene, Norden, Nordosten und Süden. Diese Regionen unterscheiden sich hinsichtlich Bevölkerung, Dialekt und topographische Begebenheiten.
Die Zentralebene ist ein fruchtbares Reisanbaugebiet. Sie gilt als Wiege der Thai-Zivilisation und beheimatet den Moloch Bangkok. Der Norden wird von bewaldeten Bergen überdeckt. Neben Bergvölkern lebt hier die übliche ethnische Mixtur. Der auch als Isan bekannte Nordosten gilt als Armenhaus Thailands. Im Osten reicht er bis Laos weshalb viele Bewohner Thai-Laos sind. Die restliche Bevölkerung besteht aus Kleinbauern die hier als Selbstversorger leben. Der Süden wird von der 2500km langen Küste der Halbinsel Kra und ihren in Inneren gelegenen Regenwäldern und Gummiplantagen bestimmt.


Bangkok

Im Menam-Becken, bei der Stadt Nakhon Sawan, fließen die beiden Flüsse Ping und Nan zusammen und vereinen sich zum Chao Praya. Der größte Strom Thailands bewässert einige der fruchtbarsten Reisanbaugebiete und ist der wichtigste Verkehrsweg des Landes. Der Chao Praya mündet 20 Kilometer stromabwärts in den Golf von Thailand. An beiden Seiten der Mündung erstreckt sich, die 1782 von Rama I. gegründete Stadt Bangkok.
Der 7 Millionen Einwohner fassende Moloch ist eine der am meisten von Verkehr und Umweltgiften belasteten Städte der Welt. Mit seinen vorbei hastenden Menschenmassen, dem zähfließenden Verkehrschaos, seinen riesigen Büro-und Kaufhäusern, den vielen, quirligen Märkten und Läden, seinen dampfenden Garküchen und unzähligen Strassenständen erinnert es mich immer wieder an einen riesigen Ameisenhaufen. Es hat nicht nur noch viele schöne Parks, Museen, Paläste und Wats(Klöster), sondern auch noch ein aufreibendes, rastloses Nachtleben zu bieten. Laut Berichten und Reisführern soll Bangkok auch sehr gute Restaurants haben. Ich kann das allerdings nicht bestätigen. Mir hat das Essen auf den Inseln (Ko Samui, Ko Panghan,) um einiges besser geschmeckt.
Thais nennen Bangkok Krung Thep, eine Abkürzung des 50 Buchstaben langen Amtsnamens, was soviel wie >>Stadt der Engel<< bedeutet. Wenn ich in Bangkok bin denke ich jedes Mal, es müsste >>Stadt der Gerüche<< heißen. Durch die vielen Garküchen, Fischstände, Geisterhäuschen vor denen Räucherstäbchen glimmen und seinen überquellenden Mülleimern hat man mit fast jedem Schritt einen anderen >>Duft<< in der Nase. Wie oft habe ich mir während meiner zwei Thailandurlaube gewünscht, ich hätte anstatt einer Kamera ein Gerät mit dem man Gerüche aufnehmen könnte dabei.

Der erste Schock kommt am Flughafen! Nach langem Warten beim Check-In, einem 10-13 Stundenflug mit möglicherweise noch einem Fliegerwechsel, dem Check-out inklusive Passkontrollen, Gedrängel ums Gepäck und dem ersten Devisentausch, ist man so an Flugzeuge und Flughäfen gewöhnt, dass man große Marmorverkleidete Wände, geräuschvertilgende Teppiche und Vollklimatisierte Luft als ganz normalen Standart ansieht. So bewegt man sich erschöpft aber glücklich, in der Hoffnung bald sein müdes Haupt ein wenig zur Ruhe zu betten, in Richtung Ausgang. Dann steht man vor der automatischen Schiebetür zu den Bus- und Taximeter- steigen und schaut durch die immer blankgeputzte Scheibe nach draußen. Es ist ein wenig einladender Anblick, der sich einem bietet. Dort stehen Taximeterfahrer die laut rufend und hektisch gestikulierend um die Aufmerksamkeit der „frisch eingetroffenen“ Touristen und Geschäftsleute bemühen. Die Betonsäulen sind mit einem schwarzen Film von Abgasablagerungen überzogen und auf dem Bodenpflaster sieht man festgetretene, undefinierbare Substanzen.
Die Schiebetüren gleiten auf, man tritt zwei Schritte nach vorn und >>GONG!<<, bekommt das Gefühl gegen einen kräftig geschwungenen Vorschlaghammer gelaufen zu sein! Man befindet sich plötzlich in einer schwül-warmen, abgasgeschwängerten Luft die so feucht ist, dass man meint, man müsse gleich losschwimmen. Das Atmen kommt so vor, als hätte man eine Gehwegplatte auf die Brust gedrückt bekommen und der Straßenlärm trägt sein übriges dazu bei, dass man sich gänzlich unbehaglich fühlt. Aber man hat keine Zeit die neuen Empfindungen richtig aufzunehmen oder sich gar langsam daran zu gewöhnen. Von hinten kommen weitere Neuankömmlinge, die diesen Ausgang ebenfalls benutzen wollen und von vorne wollen die hektischen Taximeterfahrer den ahnungslosen Farang erst mal in Beschlag nehmen und gehörig übers Ohr hauen. Sind die erst mal abgewimmelt, kann man sich in Ruhe zur Bushaltestelle begeben …
Die meisten "Billig-„ und Rucksacktouristen wollen ins Stadtteil Banglam Phu, in dem auch die sagenumwobene Khao San Road liegt. Dorthin kommt man mit der Buslinie 2. Die Busfahrt dauert ca. 1 Stunde und ist eine Reise für sich. Hier hat der neu in Bangkok Eingetroffene die Gelegenheit sich auszuruhen, sofern er einen Sitzplatz ergattern konnte. Zuerst fährt man über mehrspurige Schnellstrassen, vorbei an Wolkenkratzern und überdimensionalen Werbebannern Richtung Innenstadt. Hier realisiert man zum erstenmal wirklich, dass man sich sehr weit von Europa entfernt hat und hier auf jeden Fall andere Maßstäbe gesetzt werden. Diese Einsicht bestätigt sich spätestens dann, wenn sich der schwerfällige Bus von der Schnellstrasse langsam in den dichten Stadtverkehr zwängt. Hier bietet sich dem von Regeln und Vorschriften „verwöhnten“ Europäer ein chaotisches Bild.
Unzählige Kraftfahrzeuge, wie Taximeter, Tuk Tuk´s, LKW´s, mit Menschen überladene Pickup´s und Motorräder drängeln sich in einem heillosen Durcheinander in verschiedene Richtungen. Hier ist es nichts Besonderes zu dritt oder sogar zu viert auf einem Motorrad oder Mopet zu fahren. Dazwischen taumeln noch so manche zu Straßenständen oder Garküchen umgebaute Fahrräder ihren Zielen entgegen …

4:20 (Thaizeit/engl. 22.30)
Ankunft in Bangkok … endlich. Hab bei jedem Aufstoßen den blöden Plastikgeschmack vom Flugzeugfraß im Hals (Bäh!). Alex will unbedingt rauchen, ich erst auschecken. Na gut, geh rauchen, ich stell mich schon mal an. Ich will mich erst entspannen wenn ich meinen Stempel im Pass, Geld gewechselt und (!) meinen Rucksack habe.
So, jetzt an der Haltestelle mit Fahrkarte in der Hand und Sack auf´m Rücken kann ich ja auch mal eine rauchen. Mit dem Bus durch Bangkok. Obwohl es morgens schon viel geregnet hat ist es trotzdem sehr schwül. Den Straßenverkehr find ich interessant, alles was noch fahren kann darf auch. Wenn im Wagen kein Platz mehr ist, kann man sich ja nach hinten auf Stoßstange oder Kotflügel stellen …

Khao San Road

Diese kleine Strasse liegt im Norden von Bangkoks Altstadt. Um die Khao San Road ranken sich viele Legenden und Travellergeschichten, nicht zuletzt wegen Alex Garlands Roman >>the beach<< und dessen Verfilmung. Vieles mag vor Jahren zugetroffen haben, heute ist davon aber nicht mehr viel übrig geblieben. Die Strasse ist gesäumt von Strassenständen. In den Erdgeschossen der Häuser dahinter befinden sich Restaurants, Bars, Internetcafés, Schneidereien, vereinzelte Reisebüros, Juweliere und Kramläden.
An den Strassenständen, die oft zu den dahinter gelegenen Kramläden gehören, kann man so ziemlich alles kaufen, von Travellersachen, Kleidung und Sarongs über CD-Raubkopien und gefälschten Presse- oder Studentenausweisen bis zu Schmuck, Skulpturen und Schlangenlederezeugnissen.
Die Reisebüros unterscheiden sich in Preis und Service, daher sollte man erst mehrere Angebote einholen bevor man sich für eines festlegt.
Die Schneidereinen sind gut und für europäische Maßstäbe sehr günstig. Man sollte aber darauf achten, dass man statt reiner chinesischer
Seide nicht ein mit thailändischer Baumwolle gestrecktes Mischgewebe angedreht bekommt.
Bei den Juweliergeschäften kann man, im Gegensatz zu manchen Straßenhändlern, sicher sein nur echten Schmuck angeboten zu bekommen. Man sollte falls man größere Mengen kaufen will, dies in einem einzigen Geschäft tätigen, da man so einen größeren Rabatt aushandeln kann. Je nach dem, wie man sich darauf versteht, kann das einen erheblichen Prozentsatz ausmachen.
Die Restaurants, Bar und Internetcafés gehören meist zu den darüber- und dahintergelegenen Hotels. Ich kann jedoch jedem nur davon abraten in diesen zu wohnen, da man zum einen aufgrund des lautstarken Nachtlebens der Khao San Road erst gegen 5:00 Uhr seine Nachtruhe findet, und ich zum anderen einige Traveller getroffen habe, die sich dort Läuse, Bettwanzen oder sonstiges geholt haben.
Nach Sonnenuntergang schliessen einige Läden und die dazugehörigen Stände, an ihre Stelle treten neue Strassenhändler die ihre Waren feilbieten.
Der Verkehr der Auto´s und TukTuk´s nimmt rapide ab und lässt Platz für die unzähligen partysüchtigen Farangs, Bettler und fliegenden Händler, die jetzt die Strasse überfluten. Die Bars und Discos öffnen, tun dies mit überlauter Musik kund und das Nachtleben der Khao San Road beginnt.